Türchen Nr. 8: Betriebsbudget: Die Defizite sind vorprogrammiert!


Im Betriebsbudget sind enorme Defizite vorprogrammiert: 2 bis 3 Steuerprozente für den FC Aarau sind sehr realistisch!

 

Erst 10 Tage (!) vor der Abstimmung veröffentlichte der Stadtrat Aarau erstmals auf der Homepage rudimentäre Betriebsbudgets des Stadions. Es ist offenkundig: Hier werden jährlich beträchtliche Verluste entstehen, die die Stadt Aarau tragen muss. Die Aargauer Zeitung hat Recht. Wir Einwohner*innen der Stadt Aarau werden jährlich mit zusätzlichen ein bis zwei Prozent Steuern zur Kasse gebeten werden! Das gesteht selbst die Aargauer Zeitung im vorstehend verlinkten Artikel vom 9. November 2019 ganz offen ein!

 

Auch das veröffentlichte Worst-Case-Budget des Stadtrats sieht nämlich vor, dass der FC Aarau jährlich einen Pachtzins von 600 000 Franken entrichten werde. Es ist aber allgemein bekannt, dass der FC Aarau so viel Geld nur zahlen kann, wenn er in der Super League spielt. Das wünschen wir ihm von ganzem Herzen. Aber Fakt ist: Der FC Aarau ist seit mehr als vier Jahren in der Challenge-League. Wenn das Stadion schon stehen würde, müsste die Stadt daher heute jährlich ein Defizit von 450 000 Franken tragen. Das sind rund 1.5% Zusatzsteuern.

 

Aber auch andere Einnahmeposten der Worst-Case-Szenario sind höchst fragwürdig; insbesondere, wenn der FC Aarau nicht in der höchsten Liga spielt:

 

  • Die erwarteten Sponsoring-Einnahmen für das Stadion-naming (analog z.B: Postfinance-Arena [SC Bern]) von 650 000 Franken sind ­ für die Challenge-League im kleinen Aarau - sehr optimistisch geschätzt: Man muss auch mit NULL-Einnahmen rechnen. Andere Stadien können ein Lied davon singen.
  • Die budgetierten Einnahmen aus Pachterträgen (Catering, Kioske) und Dienstleistungserträge (Ticketing, IT-Systeme) von 200 000 Franken sind sehr hoch angesetzt. Nicht mal der FC Basel würde solche Erträge erzielen, wenn er mit 3600 Zuschauer*innen pro Spiel auskommen müsste.
  • Die eingeplanten zusätzlichen 2 Events (Internationale Spiele, Frauenfussball-Länderspiele) müssten pro Spiel 70 000 bis 100 000 Franken abwerfen, was im Vergleich mit dem FC Aarau sehr viel ist: Der bezahlt pro Anlass nur 30 000 Franken. Das kann nur gewährleistet werden, wenn die Arena ausverkauft ist und der Fussballverband pro Zuschauer mehr zahlt als der FC Aarau.

 

Es ist nicht Schwarzmalerei, wenn wir annehmen, dass im Worst-Case-Szenario statt den zusätzlich eigeplanten Einnahmen in der Höhe von 1.1 Mio. Franken deutlich weniger eingenommen werden können. Ein weiteres Defizit von 350 000 Franken ist sehr wahrscheinlich. Dies würde einem weiteren Steuerprozent entsprechen.

 

 

Stadion JA - Hochhausghetto NEIN!

Der Verein Torfeld Süd ist für ein Stadion für den FC Aarau.
Das vorliegende Projekt, der "Plan B", ist jedoch untauglich und muss abgelehnt werden.
Dies sind die Gründe:

Der Standort Torfeld Süd ist raumplanerisch untauglich.

Man stellt ein Stadion nicht mitten in eine Stadt!

Der Standort Torfeld Süd ist sicherheitstechnisch untauglich.

Mit dem vorliegenden Projekt ist die Sicherheit nicht gewährleistet, da die Fans von allen Seiten Zutritt zum Stadion und zu den Hochhäusern hätten. Dies widerspricht klar den bisherigen Versprechungen des Stadtrates, wonach ein Eindringen der Fan-Gruppen in das Torfeldquartier baulich verhindert werde. Es ist auf eine strikte Einhaltung der vorliegenden Sicherheitsregeln zu achten. Die bisher gültige Regelung, wonach der Zugang ins Stadion für die Fans nur von der Industriestrasse her möglich sei, ist zwingend einzuhalten. Den eindeutigen Weisungen der SFL (Swiss Football League), welche eine klare getrennte Zuführung der Gäste-Fans und der Fans des FCA  verlangen, ist strikte nachzukommen.

 

Angesichts der sehr hohen Anzahl Personen, die sich auf engstem Raum aufhalten werden, ist die Sicherheit weder für die Quartierbewohner*Innen, die Bewohner*Innen der Hochhäuser, die Stadionbesucher*Innen noch für die Bahnbenützer*Innen gewährleistet. Die bereits in den Baugesuchen 2009 und 2014 beanstandeten baulichen Verhältnisse bezüglich der Evakuationen bei Paniken, Anschlägen oder Feuer etc. entsprechen heute noch weniger der Realität, sind doch die Bewohner*Innen der rund 800 Wohnungseinheiten und des allfälligen Hotels mit einzubeziehen.

 

Die Anfahrtswege und Bereitstellungsräume für die Blaulichtorganisationen via Untere Torfeldstrasse und Florastrasse sind schriftlich zu belegen und mit baulichen Massnahmen (Poller, Parkierungshindernissen) sicherzustellen.

Hochhäuser in dieser Dimension haben zu viele negative Auswirkungen.

Platzsparendes Bauen, Verdichtung, ist das Gebot der Stunde. Da sind doch Hochhäuser genau das Richtige? Leider Nein! Mit Hochhäusern gelingt es zwar, viel Wohnfläche auf wenig Standfläche zu realisieren. Dabei geht aber vergessen, dass Wohnen nicht das einzige Bedürfnis ist, welches Platz braucht. Die Menschen müssen sich auch versorgen können, haben ein Sozialleben, gehen einer Arbeit nach, haben Freizeit, die sie irgendwo verbringen wollen. Alle diese Bedürfnisse können in einem Hochhausquartier nicht befriedigt werden. Die Folge sind lange Wege zur Arbeit, zum Einkaufen und in der Freizeit. Hinzu kommen die negativen Auswirkungen von Hochhäusern in der unmittelbaren Umgebung: Schattenwurf, Stadtbild etc.

Über uns

I. Wer ist der Verein Torfeld Süd?

Im Verein Torfeld Süd haben sich AnwohnerInnen, Fachleute aus Raumplanung, Stadtentwicklung, Architektur, Recht und Sicherheit sowie weitere Interessierte zusammengeschlossen, um sich für eine möglichst verträgliche Entwickung im Torfeld Süd einzusetzen.

II. Was will der Verein Torfeld Süd?

1. Politisch

Politisch sind wir für ein Stadion für den FC Aarau, das vorliegende Projekt "Plan B" hat jedoch zu viele Mängel (siehe Stadion Ja - Hochhausghetto Nein) - daher empfiehlt der Verein ein Nein bei der kommenden Abstimmung am 24. November 2019.

2. Rechtlich

Sollte der "Plan B" wider Erwarten vom Volk gutgeheissen werden, so muss das Projekt wenigstens alle rechtlichen Rahmenbedingungen einhalten. Das heisst:

  1. Einhaltung der korrekten Verfahrensabläufe
  2. Einhaltung der Umwelt-, Lärmschutz-, Verkehrs- und Sicherheitsbestimmungen
  3. Quartierverträgliche Optimierung des Projekts bezüglich Städtebau, Umgebungsqualität, Verkehrserschliessung etc.

Beim "Plan B" sind bisher alle drei Anforderungen nicht erfüllt (vgl. die entsprechenden Rechtsschriften unter Aktuelles). So lange dies der Fall ist, wird der Verein Torfeld Süd die AnwohnerInnen bei ihrem rechtlichen Vorgehen gegen das Projekt unterstützen. 

Mitmachen

Kontakt

Postadresse:
Verein Torfeld Süd
5000 Aarau

info@verein-torfeldsued.ch
www.verein-torfeldsued.ch
Postkonto Nr.: 15-74128-5
IBAN Nr.: CH25 0900 0000 1507 4128 5

Für ein lebendiges, neues, modernes und lebenswertes Quartier Torfeld Süd – und gegen das Stadion-Hochhaus-Sozial-Ghetto – unterstützen auch Sie den Verein-Torfeldsüd.ch mit einer Unterschrift oder mit einer Spende!